MIT Paderborn

Staat verteilt Versprechen, der Mittelstand soll zahlen

MIT Paderborn kritisiert geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie

Die von der Bundesregierung geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro sorgt bundesweit für Diskussionen. Während sie als schnelle Hilfe für Beschäftigte gedacht ist, wächst im Mittelstand die Kritik – auch im Kreis Paderborn.

Aus Sicht der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Paderborn droht aus der gut gemeinten Maßnahme ein neues Problem für kleine und mittlere Unternehmen zu werden.

„Beschäftigte brauchen Entlastung. Aber es kann nicht sein, dass in Berlin Versprechen gemacht werden und am Ende die Betriebe vor Ort die Rechnung zahlen“, erklärt Daniel Greve, Vorsitzender der MIT Kreis Paderborn.

Erwartungsdruck statt echter Entlastung

Zwar ist die Prämie nach aktuellem Stand freiwillig. In der Praxis sehen viele Unternehmer jedoch die Gefahr, dass daraus eine faktische Erwartungshaltung entsteht – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten.

Steigende Energiepreise, hohe Lohnnebenkosten und zunehmende Bürokratie belasten den Mittelstand bereits massiv. Zusätzlicher politischer Druck verschärft die Situation weiter.

Auch aus der Praxis kommt deutliche Kritik:

„Viele Betriebe kämpfen ohnehin mit Liquiditätsdruck. Wenn politisch 1.000 Euro in den Raum gestellt werden, bleibt bei den Beschäftigten vor allem die Zahl hängen – nicht die Freiwilligkeit“, so ein Unternehmer aus Paderborn.

Forderung nach strukturellen Reformen

Die MIT Paderborn macht deutlich: Einzelmaßnahmen wie die Entlastungsprämie lösen die grundlegenden Probleme nicht.

Gefordert werden stattdessen:

  • spürbare steuerliche Entlastungen
  • niedrigere Sozialabgaben
  • weniger Bürokratie
  • verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen

Zudem müsse die geplante Prämie praxistauglicher ausgestaltet werden, etwa durch die Einbeziehung von Überstunden, Mehrarbeit und leistungsbezogenen Vergütungen.

„Deutschland braucht keine Symbolpolitik, sondern echte strukturelle Entlastungen. Nur so bleibt der Mittelstand handlungsfähig“, so Greve abschließend.

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